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Kontraindikationen der Osteopathie

Hand mit eine Stopp-Geste. In der Osteopathie gibt es klare Grenzen und Kontraindikationen für Behandlungen.

In diesem Artikel beschreiben wir die Kontraindikationen der Osteopathie. Nicht jede Erkrankung darf osteopathisch Behandelt werden – es existieren klare Grenzen. Auch müssen wir zwischen absoluter und realtiver Kontraindikation unterschieden

Hier besteht ein absolutes Behandlungsverbot für die Osteopathie:

Notfälle und Ernsthafte Verletzungen

Menschen, die akut medizinische Beschwerden haben, etwa nach Stürzen, sollten sich zum Check ins Krankenhaus begeben: Ist etwas gebrochen oder liegt ein plötzlicher, bedrohlicher Zustand vor? Ein Zustand, bei dem Sie denken: „Etwas stimmt ganz gewaltig nicht“? Dasselbe gilt bei (Verdacht auf) Herzinfarkt und Schlaganfall: Bei ernsthaften Verletzungen oder Erkrankungen wollen wir keine unnötige Zeit verschwenden. Hier führt der erste Gang nicht zum Osteopathen, sondern in die Notaufnahme (112!)

Knochenbrüche und Infektionskrankheiten

Auch akute Infektionskrankheiten gehören in die Hände der Schulmedizin, genau so wie frische Traumata und Knochenbrüche*. Sie sind absolute Kontraindikationen der Osteopathie

Die relativen Kontraindikationen sind nicht so scharf begrenzt wie die absoluten. In jedem Fall muss ernsthaft abgewogen werden, ob eine osteopathische Behandlung den Zustand signifikant verbessern kann. Außerdem sollte mit den Behandelnden Schulmedizinern eine enge Absprachen stattfinden um das Patientenwohl nicht zu gefährden.

Maligne Erkrankungen wie Krebs (Karzinome)

Eine Krebserkrankung solle immer primär durch gute Schulmedizin versorgt werden (speziell durch die Onkologie). Erst nach Absprache mit verantwortlichen Onkologen darf in Erwägung gezogen werden, ob eine begleitende osteopathische Therapie Nutzen stiften kann und gemacht werden darf. Bestimmte Krebserkrankungen können sich bei falscher Therapie wie ein Lauffeuer im Körper verbreiten und streuen (metastasieren) und die weitere Prognose erheblich verschlechtern.

Psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen stellen eine große Herausforderung für Patient wie Osteopathen dar. Denn auch dann, wenn der Osteopath bei dem Patienten auf körperlicher Ebene arbeitet, kann dies dazu führen, dass bestimmte Emotionen getriggert und gelöst werden, was eine Retraumatisierung verursachen kann. Bei einem psychischen Trauma (Kindsverlust o.Ä.) muss der Osteopath daher sehr empathisch und psychologisch geschult sein.

Erwartungshaltung der Patienten

Unkooperative Patienten und Menschen, die keine Selbstverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen wollen, sollten ebenfalls nicht osteopathisch behandelt werden.

Unter Umständen bedarf es eines höheren Aufwandes als einer einmaligen Behandlung. Der Osteopath heilt nicht, sondern gibt den Anstoß zur Selbstheilung des Körpers. In der Osteopathie gehen wir – anders als in der Schulmedizin – davon aus, dass die „Arznei“ zum Beheben der Probleme bereits im Körper enthalten ist und lediglich aktiviert werden muss.

Wir verstehen es daher als unsere Aufgabe, diese Arznei mit unserem Wissen und der Haltung des Patienten abzugleichen und auf dieser Basis einen Plan für das Vorgehen aufzustellen. Damit der Körper sich anschließend selbst heilt. Als Behandler geben wir den Menschen ein Bewusstsein dafür zurück, dass sie Selbstwirksamkeit besitzen.

Die meisten ernsthaften Erkrankungen stellen eine absolute Kontraindikation für Osteopathie dar. Bei manchen schweren, auch chronischen, Erkrankungen wie Krebs oder Multipler Sklerose kann Osteopathie als ergänzende Therapie hilfreich sein. Dies kommt immer auf den Einzelfall an und sollte mit den behandelnden Schulmedizinern abgesprochen werden. Gibt die Schulmedizin grünes Licht kann sich ein Erstgespräch zum Kennenlernen und Ausloten der jeweiligen Bedingungen und Bedürfnisse in jedem Fall lohnen.


* Knochenbrüche: (Wenn die Heilung des Knochenbruchs viel länger dauert (6-9 Wochen sind normal), ergibt es Sinn, eine osteopathische Behandlung anzuwenden. So können wir dafür sorgen, dass die Selbstheilungskräfte am zerstörten Knochen arbeiten – etwa durch den Blutfluss im Körper. Hier ist Osteopathie als Teil der langfristigen Behandlung sinnvoll.)

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