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Wie Stress auf das Zentralgeflecht wirkt

Eine Frau, die ihr Gesicht nach oben streckt und einen tiefen Atemzug durch die Nase nimmt. Tiefes bewusstes uns langsames Atmen entspannt Körper und Geist. In stressigen Situationen vergessen wir oft das Atmen oder atmen zu schnell. Hält diese Stressatmung zu lange an, wirkt sich das mittel- bis langfristig auf das sog. Zentralgeflecht aus. Stress verändert die Spannung des Zwerchfells und verändert dadurch die Atembewegung von innen. Ist die Atemachse nicht mehr stimmig (also verschoben), so wird der Körper von innen sabotiert und es entstehen funktionelle Erkrankungen.

Im Folgenden stellen wir die Auswirkungen von Stress auf das sog. Zentralgeflecht dar: die Mitte unseres Körpers, unser zentraler Motor bestehend aus Zwerchfell, Lunge, Herz und anderen Bauchraum-Organen.

Stress ist zunächst einmal weder böse noch gefährlich. Er ist eine normale, überlebensnotwendige Reaktion, die uns in Gefahrensituationen zu schnellerer Reaktionsfähigkeit und Fokussiertheit verhilft.

Längst ist Stress jedoch bei vielen Menschen ein gesundheitsschädlicher Dauerzustand geworden. Denn auf Stress – diese eigentlich kurze Phase der Anspannung – muss idealerweise eine ausgleichende Phase der Entspannung folgen. Bleibt dies aus verspannt das Zentralgeflecht und es folgen gesundheitliche Probleme.

Stress und Atmung

Bei Stress schütten die Nieren Stresshormone aus: Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol. Sie beeinflussen die Atmung, die von der tiefen, langsamen Ruheatmung in Bauch und Brust in eine flache, schnellere Stressatmung im Brustkorb übergeht.

Frau sitzt am Meer auf Sand und streckt die Nase richtung Himmel zum durchatmen.
Stress wirkt sich fast immer auf die Atmung aus – tiefes und bewusst langsames Atmen entspannt Körper und Geist (Atementspannung).

Bei der Ruheatmung nehmen Erwachsene ca. 8-16 Atemzüge pro Minute. Bei Stressatmung atmen wir deutlich unter 8- oder über 16-mal, etwa indem wir die Luft anhalten, uns der Atem stockt, wir zu atmen vergessen oder aber sehr viel hektischer atmen.

Warum kann das ein Problem sein?

Wenn wir den Atem anhalten, kann das Zwerchfell verkrampfen. Dieser zentrale Atemmuskel verkrampft in dem Moment, wo er dauerhaft in der Anspannung bleibt und nicht mehr in die Entspannung findet. In der Regel ist davon eine Körperseite (links oder rechts) betroffen und führt zu einer unbalancierten Atmung. [Siehe Verschiebung der Atemachse]

Läuft die Atmung dauerhaft zu schnell, flacht sie meist etwas ab. Das Zwerchfell bewegt sich dann nicht mehr ganz so tief nach oben oder unten. Die Amplitude wird geringer, was zu einer Verhärtung des Zwerchfells führt, sobald seine Geschmeidigkeit leidet.

Fight or flight

Zudem triggert dieses schnelle, flache Atmen das sympathische Nervensystem – denjenigen Teil, der für Kampf und Flucht zuständig ist: schnelles flaches Atmen stimuliert die Nerven des sympathischen Nervensystems, die in der Nähe der Rippenköpfchen und Brustwirbelsäule liegen.

Dies führt zu noch mehr Stress auf körperlicher Ebene und verspannt noch mehr Muskeln. Ein Teufelskreis. [Siehe Trommelfeueratmung]

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