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Die Vorteile der Nasenatmung im Überblick

Ausschnitt einer Frau, die lächelnd zugewandt mit ihrem rechten Zeigefinger auf die eigene Nase zeigt. Nasenatmung hat viele Vorteile.

In diesem Beitrag liefern wir spannende Informationen zur Nasenatmung und welche Nachteile Mundatmung mit sich bringt. Atmen wir durch die Nase, tun wir unserem Körper einen großen Gefallen.

Diese Aufgaben erfüllt die Nasenatmung besser als die Mundatmung:

  • Erwärmen
  • Anfeuchten
  • Filtern
  • Dosieren
  • Beruhigen
  • Anreichern mit Sauerstoff

In der Regel ist die Luft in geschlossenen Räumen trocken – zu trocken, wenn es nach unseren Atemwegen geht. Denn trockene Luft mögen sie gar nicht, da sie zu Verstopfung und Verengung der Atemwege führen kann.

Daher sind die Nasenhöhlen mit feuchten Schleimhäuten ausgestattet, die die einströmende Luft befeuchten. Auf ihrem Weg von der Nase zur Lunge kommt die Atemluft an Blutgefäßen vorbei, die Wärme abgeben. So erreicht die Atemluft schließlich Körpertemperatur von 37 °C, bis sie – gut angefeuchtet – in der Lunge angelangt.

Diese Anfeuchtung und Erwärmung werden zusammen als Konditionierung bezeichnet, die vor allem im Nasen- und Rachenraum stattfindet. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für eine ungestörte, freie Atmung.

Beim Einatmen filtern die Schleimhäute und Nasenhaare Partikel aus der Atemluft heraus. Sie unterstützen so die körpereigene Abwehrfunktion, damit Bakterien, Viren und auch Feinstaub möglichst gar nicht erst in den Körper gelangen.

Die Nasennebenhöhlen dosieren durch ihre Verengung auf natürliche Weise die Atemluft. Die Menge, die wir durch die Nase einatmen können, ist nicht geringer als die bei der Mundatmung.

Anschaulich macht dies das Einatmen durch einen Strohhalm: Hier ist der Weg stark verengt, was bedeutet, dass wir deutlich längere Zeit benötigen, um die Lunge zu füllen. Das ist ein Vorteil, da es zur Beruhigung beiträgt.

Durch die Nase dauert die Atmung etwa dreimal länger als durch den Mund. Sie wirkt dabei wie ein “Stoßdämpfer” für das vegetative Nervensystem, das für Aktivierung und Anspannung zuständig ist – sie bremst sozusagen die Luft.

Im Gegensatz dazu haben wir bei der Mundatmung ständig kleine Erschütterungen im Körper, die das vegetative Nervensystem aktivieren. Die Nasenamtung ist dazu da, dieses Tempo zu drosseln. SIe wirkt eher beruhigend.

Stimulierung durch Nasennebenhöhlen

In den Nasennebenhöhlen wird das Nervensystem im Gehirn stimuliert. Das Gehirn liegt recht nah an den Nasennebenhöhlen, wobei besonders der Hirn- und Geruchsnerv Olfactorius in direkter Verbindung zu den Stirnhöhlen steht.

Eine unbewusste ebenso wie eine kontrollierte (etwa bei Meditation) Nasenatmung stimuliert somit konstant diesen Nerv und vermittelt dem Gehirn: Es ist alles okay.

Sympathikus vs. Parasympathikus

Während die Mundatmung ermöglicht, dass wir flacher und schneller atmen können, triggert sie gleichzeitig den Sympathikus, der unter anderem unseren Flucht- und Kampf-Reflex reguliert.

Umgekehrt aktiviert die Nasenatmung den Parasympathikus, der uns beim Entspannen hilft. Nicht umsonst nimmt die Nasenatmung eine zentrale Rolle bei Disziplinen wie etwa Yoga ein.

Das Atmen durch die Nase führt im Vergleich zur Mundatmung zu einer besseren Sauerstoffversorgung des Gewebes. Dadurch können unsere Organe besser mit Sauerstoff versorgt werden und haben so mehr Energie.

Die Rolle von Stickstoff

Zu verdanken haben wir das der Zusammenarbeit mit Stickstoffmonoxid: Es bildet sich in den Nasennebenhöhlen und wird bei der Nasenatmung mit in die Lungen transportiert. Dort erfüllt es eine wichtige Funktion:

Gelangt das Gas durch die Nase in den Körper, vergrößern sich die Lungenbläschen, so eine größere Blutmenge durch die Gefäße strömt und sie mehr Sauerstoff aufnehmen können.

  • der Sympathikus wird getriggert
  • Atmung erfolgt schneller und meist flacher (→ Bsp Trommelfeueratmung) und kostet mehr Energie, als sie bereitstellen kann (Mundatmung führt auf Dauer zu einem Energie-Defizit)
    • Trommelfeueratmung kann eine Verspannung oder Blockade im gesamten Körper sowie weitere funktionelle Erkrankungen wie Reizmagen oder Verdauungsstörungen auslösen.
  • kalte Luft trifft direkt auf die Lunge
  • die Luft ist trockener, was ein Milieu für Viren und Bakterien begünstigt
  • die Nasennebenhöhlen verengen sich chronisch → die normale Nasenatmung nimmt immer mehr ab, je mehr wir durch den Mund atmen. Dies kann Schnarchen begünstigen und nachweislich zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Herzinfarkt) führen. Der gesamte Bereich degeneriert und erschlafft.
  • Kurzfristig hilft die Mundatmung bei der Bereitstellung großer Luft- und Sauerstoffmengen, etwa beim Sport. Sie hat also situationsbedingt ihre Berechtigung – doch langfristig sollte die Atmung durch die Nase erfolgen, zumindest die Einatmung.
  • Bei sportlicher Betätigung kann die Mundatmung zu Seitenstechen führen.

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