Wissen über intuitives manuelles Behandeln

Geburtsatmung

Geburtssituation mit Frau in weißem Patientenkittel mit blauen Punkten, sowie Partner und medizinischem Personal. Die gebärende Frau liegt auf dem Rücken, der Partner unterstützt ihren Kopf. Sie ist beim ausüben der Geburtsatmung. Diese hilft dabei das Kind auf die Welt zu bringen.

Die Geburtsatmung ist eine Atemtechnik, die speziell für den Geburtsprozess entwickelt ist. Sie legt den Fokus auf tiefe, langsame Beckenatmung. Diese Atemtechnik erleichtert die Geburt, indem sie rhythmisch und harmonisch mit den Wehen synchronisiert wird.

Die Geburtsatmung ist eine beruhigende Atemtechnik, die darauf abzielt, den Geburtsprozess zu unterstützen und zu erleichtern. Sie hilft, die Muskulatur zu entspannen, den Geist zu beruhigen und den natürliche Flow der Geburt aufrecht zu erhalten.

Die Atemtechnik beinhaltet eine fokussierte Atmung, bei der die Ausatmung länger und tiefer als die Einatmung ist, um eine allgemein beruhigende Wirkung zu erzielen und die Muskulatur zu entspannen.

Aus osteopathischer Sicht unterstützt die Geburtsatmung die natürliche Ausrichtung des Körpers und fördert die optimale Funktion des Beckens und der umgebenden Strukturen während der Geburt. Dies kann dazu beitragen, den Geburtsverlauf zu erleichtern und die Notwendigkeit von Eingriffen zu reduzieren.

Beim Ausatmen ist es besonders hilfreich, den Mund zu öffnen und auf den Ton „Haaaa“ auszuatmen. Ein tönendes „Haaaa“ entspannt Kiefer, Mund und Schlundmuskulatur am besten. Der Grund dafür ist, dass diese spezielle Betonung beim Ausatmen dem Atemstrom kaum Widerstand bietet. Dies ist besonders nützlich, selbst wenn du die intensive Anstrengung einer Geburt erlebst. Ideal ist es, wenn die Luft in dir „frei“ fließen kann, außer während der Presswehen. Dies führt zu einer reflektorischen Entspannung und Öffnung der Beckenbodenregion. So kann dein Kind auch zwischen den Wehen natürlich nach unten in Richtung Becken sinken.

Gerade bei starken Wehen ist es wichtig, die wehenfreie Zeit mit der Geburtsatmung zur Erholung zu nutzen. Es handelt sich um einen Wechselprozess aus Anspannung und Entspannung, der vor allem durch die Art zu atmen beeinflusst werden kann. Ein kräftiger und zugleich flexibler Atem unterstützt die Gebärmutterkontraktionen erheblich. Dies hilft dir, dein Kind auf natürliche Weise zur Welt zu bringen.

Setze oder lege dich in eine bequeme Position. Konzentriere dich auf tiefe Ein- und noch tiefere Ausatmungen, wobei die Ausatmung durch den Mund erfolgen kann. Das längere Ausatmen stimuliert das vegetative Nervensystem und bringt dich in die Entspannung. Visualisiere, wie die Ausatmung durch das Loslassen auch dein Becken löst. Verwende bei Bedarf den „Haaaa“-Ton während der Ausatmung, um die Luftwege noch mehr zu öffnen und um dein Becken reflektorisch zu entspannen. Praktiziere diese Atemtechnik regelmäßig schon vor der Geburt im letzten Drittel der Schwangerschaft, damit Du ein Gefühl dafür bekommst und während der Geburt intuitiv spürst und weißt was zu tun ist.

Wende die Geburtsatmung nicht bei vorzeitigen Wehen an. Diese Anleitung kann eine professionelle Geburtsvorbereitung nicht ersetzen. Sie soll dir jedoch Inspiration und Wissen bieten, damit du deine Geburt kraftvoll und selbstbestimmt erleben kannst. Wie bei allen Atemübungen ist es wichtig, auf deinen Körper zu hören. Solltest du Unbehagen oder Schmerzen verspüren, unterbrich die Atemtechnik und suche medizinischen Rat.


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