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Krankhafte Atemmuster

Nahaufnahme eines Blaulichts eines Krankenwagen. Krankhafte Atemmuster erfordern meist schnelles medizinisches Handeln, da sie auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten.

Krankhafte Atemmuster gelten nicht als Übungen, sondern als wichtige Anzeichen für diverse medizinische Zustände. Sie sind oft Symptome ernster Erkrankungen und können auf Probleme im Zentralnervensystem, im Herz-Kreislauf-System oder im metabolischen Gleichgewicht des Körpers hinweisen.

Im Gegensatz zu Atemübungen sind diese Muster unfreiwillig. Sie sind Reaktionen auf pathologische Zustände. Es ist wichtig, sie zu erkennen und zu deuten. Oft benötigen sie sofortige medizinische Aufmerksamkeit. Die 5 wichtigsten pathologischen Atemmuster haben wir im Folgenden einfach beschrieben:

Die Biot-Atmung ist gekennzeichnet durch eine Abfolge von kräftigen, gleich tiefen Atemzügen, die von plötzlichen Apnoe-Phasen, also Atempausen, unterbrochen werden. Dieses Muster deutet oft auf Schäden am Atemzentrum hin. Ursachen können sein: erhöhter Hirndruck durch Blutungen, Tumore, Verletzungen oder Entzündungen wie Meningitis. Auch bei Frühgeborenen kann die Biot-Atmung auftreten, da ihr Atemzentrum noch nicht vollständig ausgereift ist.

Die Cheyne-Stokes-Atmung zeigt ein Muster, bei dem die Atemzüge erst tiefer, dann flacher werden und kurz pausieren, bevor sie erneut beginnen. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein, von Gehirnentzündungen und Vergiftungen bis zu Herzproblemen oder Schlaganfällen.

Die Kussmaul-Atmung ist ein Atemmuster, bei dem jemand tief und regelmäßig ein- und ausatmet. Das passiert, wenn im Körper zu viel Säure ist, was als metabolische Azidose bekannt ist. Oft kommt das durch Probleme mit den Nieren oder einen zu hohen Blutzuckerspiegel.

Bei der Kussmaul-Atmung atmet man schnell, aber nicht unbedingt häufiger, um so viel Säure wie möglich in Form von Kohlendioxid aus dem Körper zu bekommen. Ein typisches Beispiel zeigt sich bei Diabetikern, die an Ketoazidose leiden. Dabei steigt der Säurespiegel im Körper durch Insulinmangel an.

Die Paradoxe Atmung ist eine besondere Form der Atemstörung, bei der sich der Brustkorb entgegen der normalen Atembewegung beim Einatmen zusammenzieht und beim Ausatmen sich ausweitet. Dies wird auch als Schaukelatmung bezeichnet und ist oft ein Indiz für ernsthafte Gesundheitsprobleme.

Typische Ursachen sind Thoraxinstabilität, etwa durch mehrere gebrochene Rippen, die den Brustkorb beim Einatmen einziehen lassen, oder eine Zwerchfellähmung, bei der das Zwerchfell nicht aktiv bewegt werden kann und zu ungewöhnlichen Brustkorbbewegungen führt.

Sogar die Überanstrengung der Atemmuskulatur, z.B. bei chronischen Lungenleiden, kann zu ähnlichen Symptomen führen. Da paradoxe Atmung in schweren Fällen lebensbedrohlich sein kann, ist es entscheidend, bei Anzeichen dieser Atemstörung umgehend medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Schnappatmung ist eine ernste und oft lebensbedrohliche Situation, die typischerweise bei Personen auftritt, die tief bewusstlos sind, und kann ein Vorbote eines nahenden Atemstillstands sein. Dieses Atemmuster ist durch abrupte, schnappende Atemzüge charakterisiert, die von langen Pausen unterbrochen werden.

Betroffene können dabei Atemhilfsmuskeln einsetzen, blass oder blau werden, und oft sinkt die Atemfrequenz unter 10 Züge pro Minute. Zusätzlich kann eine Bewusstseinstrübung aufgrund des abfallenden Sauerstoffgehalts im Blut beobachtet werden.

Typischerweise zeigt die Schnappatmung ein stoßhaftes Muster, bei dem man den Kopf zum Einatmen nach hinten und zum Ausatmen wieder nach vorne beugt. Verschiedene Notfälle wie Medikamentenüberdosierung, schwere Lungen- oder Herzprobleme oder Druck auf das Zwerchfell können sie auslösen. Wichtig zu wissen ist, dass Schnappatmung, oft missverstanden in Erste-Hilfe-Situationen, sofortige medizinische Intervention erfordert.

Die Seufzer-Atmung ist oft seelisch bedingt und manifestiert sich in anfallsweisem tiefen Einatmen, wobei der Betroffene das Gefühl hat, zwangsläufig tief durchatmen zu müssen. Sie kann bei verschiedenen Krankheitsbildern auftreten, die die höhergradigen Atemzentren beeinflussen, wie beim nervösen Atmungssyndrom, bei psychischen Belastungen oder bei schwer kranken Patienten. Auch bei Adipositas oder im Zusammenhang mit dem obstruktiven Schlafapnoesyndrom kann die Seufzer-Atmung beobachtet werden.

Diese krankhaften Atemmuster sind wichtige Indikatoren für medizinische Fachkräfte, um potenziell schwerwiegende Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Bei der Beobachtung solcher Atemmuster ist eine umgehende medizinische Bewertung und Intervention oft entscheidend.


Im Gegensatz zu krankhaften Atemmustern, die meist schnelle medizinische Hilfe benötigen, gibt es auch krankmachende Muster. Sie sind ungefährlich, beeinträchtigen die Gesundheit aber langfristig negativ. Erfahre mehr über solche Muster unter reaktiver Eigensabotage (RES).

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