Wissen über intuitives manuelles Behandeln

Bauchatmung (Zwerchfellatmung)

Atletischer und tätowierter Mann mit naktem Oberkörper und rotem Brillengestell streckt bei der Bauchatmung (Zwerchfellatmung) den Bauch heraus und zeigt fragend mit beiden Händen auf ihn.

Die Bauchatmung, auch Zwerchfellatmung genannt, beherrschen wir von Geburt an ganz natürlich. Sie wird hauptsächlich durch unseren Hauptatemmuskel Zwerchfell ausgeführt und gilt als die natürlichste und effizienteste Art, zu atmen.

Die Bauchatmung fällt in die Kategorie der grundlegenden Atemtechniken und ist ideal für Entspannung, Stressabbau und allgemeines Wohlbefinden.

Im Laufe des Lebens neigen viele Menschen dazu, diese essenzielle Atemtechnik zu vergessen. Stattdessen atmen sie in Brust oder Schultern, oft als Reaktion auf Stress.

Dabei gilt die Bauchatmung, bei der das Zwerchfell aktiviert wird und sich der Bauch beim Einatmen wölbt, bei zahlreichen Gesundheitsexperten und Studien als besonders vorteilhaft: Sie senkt effektiv Stresshormone und Blutdruck, unterstützt die Verdauung, steigert die Fitness und kräftigt das Herz-Kreislauf-System.

Aus osteopathischer Sicht fördert die Bauchatmung die natürliche Beweglichkeit deines Zwerchfells und unterstützt dessen entscheidende Rolle in deinem Körper. Wenn sich das Zwerchfell beim Einatmen nach unten bewegt, massiert es sanft deine Bauchorgane. Dadurch wird nicht nur deine Lunge effektiver mit Sauerstoff gefüllt, sondern auch die Funktion deiner inneren Organe positiv beeinflusst.

Diese Massage bewegt dabei das gesamte Zentralgeflecht, das deinen Brustkorb, Bauch- und Beckenraum durchzieht. Das ist besonders bei Atemübungen der Fall, die die Mobilität des Zwerchfells in den Vordergrund stellen.

Diese Praxis kann deine Verdauung anregen und die Durchblutung in deinem Bauchraum verbessern. Zudem trägt die Bauchatmung zur Entlastung deines muskuloskelettalen Systems bei, indem sie Verspannungen im oberen Brustbereich und im Nacken reduziert.

Durch die tiefe und bewusste Atmung wird auch dein parasympathisches Nervensystem aktiviert, welches für Entspannung und Regeneration in deinem Körper zuständig ist. Dies kann insgesamt dein Stressniveau im Körper senken und dein Wohlbefinden steigern.

Für eine vollständige Beschreibung der Wirkung lies bitte unsere Artikel zum Thema Zentralgeflecht. Hier klären wir umfangreich über alle Funktionen des Zwerchfells auf – insbesondere, warum es der Schlüssel zu fast allen funktionellen Beschwerden, Schmerzen oder chronischer Verspannung ist.

  • Achte darauf, durch die Nase zu atmen und den Mund geschlossen zu halten.
  • Leg eine Hand auf deinen Bauch und spüre, wie er sich beim Einatmen sanft hebt und beim Ausatmen senkt.
  • Versuche, deine Atmung bewusst in den Bauch zu lenken und nicht in die Brust.
  • Eine Mischung aus Bauch- und Brustatmung ist dabei ideal, um den gesamten Körper optimal mit Sauerstoff zu versorgen.
  • Versuche die Atemfrequenz möglichst moderat bis gering zu halten bei 6 bis 10 Atemzügen pro Minute. Je weniger, umso beruhigender und tiefer wird dein Atem.

Obwohl die Bauchatmung wohl die natürlichste aller Atemformen darstellt, ist es wichtig, achtsam beim bewussten Üben in den Körper hineinzuspüren. Wenn du dabei Unbehagen spürst, solltest du die Übung abbrechen und zu deiner gewohnten Atemweise zurückkehren und ggf. einen Arzt und Osteopathen konsultieren. Er kann ggf. die Ursache hinter der Blockade ermitteln, um sie dann aufzulösen. Wir machen das beispielsweise mit unserer Methode Lockieren®.

Studien zum Thema Bauchatmung:


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