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Palpation

Definition von Palpation

Palpation beschreibt als Basismethode der körperlichen Untersuchung das Berühren bzw. Abtasten und Befühlen der Körperoberfläche, sowie allen Strukturen und Geweben unter der Körperoberfläche inklusive der innen liegenden Organe mit den Händen.

In der Osteopathie spielt Palpation eine sehr wichtige Rolle, weil Palpation einerseits für die Informationswahrnehmung und andererseits für das eigentliche Behandeln mit den Händen steht. Die Informationswahrnehmung erlaubt dem Osteopathen die Gewebe seiner Patienten zu ertasten und zu „lesen“. Das behandeln wiederum findet in die Gegenrichtung statt. Der Osteopath reagiert auf das Wahrgenommene und induziert mit Präzision Druck und Bewegungen in das Gewebe des Patienten hinein. Dabei werden oberflächliche als auch tiefe Verspannung (Restriktionen) gelöst, um den Fluss der Körperflüssigkeiten zu stimulieren. Der Wechsel zwischen Wahrnehmung und Induktion ist dabei häufig fließend, je nach Intention des Behandlers.

Was Osteopathen fühlen

Die osteopathischen Palpation. Wie Berufserfahrung mit der Wahrnehmung verbunden ist.
Die osteopathischen Palpation. Wie Berufserfahrung mit der Wahrnehmung verbunden ist.

Was ein Osteopath bei der Palpation spürt ist abhängig von seiner Wahrnehmungsfähigkeit. Im Laufe der Berufserfahrung wächst die Fähigkeit, Gewebe zunehmend differenzierter zu ertasten.  Die Basis bildet die Strukturebene. Dazu zählen Gewebe die „offensichtlich“ ertastet werden können. Dazu zählen Haut, Gelenke, Knochen, Muskeln, Faszien, Sehnen, Membranen, Nerven, Bindegewebe und Organe. Auch wenn diese Strukturen zur Basisebene zählen ist ein einfaches differenzieren oft schwierig und erfordert besonderes Fingerspitzengefühl.

Auf den nächst höheren Ebene, der so genannte Fluidebene werden Qualitäten wie Fluss,  Strömungsgeschwindigkeit, Widerstand bzw. Dichte bewertet. Darunter fallen Gebilde, die mit Flüssigkeit gefüllt sind, wie arterielle, venöse oder lymphatische 

Gefäße. Auch der Schädel und das Rückenmark kann in Teilen hinzu gezählt werden, denn innerhalb dieser Gefüge zirkuliert die Gehirn-Rückenmark(s)-Flüssigkeit, der Liquor cerebrospinalis. Bei der Palpation von Flüssigkeiten kommt erschwerend noch Rhythmus und Fluss hinzu.  Dies kann man sich wie die Bewegung der Gezeiten am Strand vorstellen, die in abebbender oder aufflutender Form auftreten.

Eine weitere Ebene ist die Metaebene. Hier spürt man energetisch-körperliche Phänomene beziehungsweise Ströme.

Um die Kunst der Palpation auf allen Ebenen zu verbessern ist ständiges Training am lebenden Menschen notwendig. Erst die praktische Erfahrung wie sich gesunde als auch kranke Gewebe anfühlen, macht die Erfahrung Wertvoll.