Wissen über intuitives manuelles Behandeln

Stoßatmung

Bildausschnitt eines farbigen Manns mit gepflegt, gestuztem Vollbart dreht den Kopf nach links und schaut zum Betrachter. Er trägt ein orangenes, eng anliegendes Shirt und steht vor gelbem Hintergrund. Seine Augen sind weit aufgerissen und atmet mit leicht gespitzten Lippen, wie es auch bei der Atemtechnik des Stoßatmung gemacht wird.

Die Stoßatmung ist eine effektive Methode zur Stressreduktion und Beruhigung bei innerer Unruhe, Wut oder Angespanntheit. Diese Atemtechnik nutzt schnelle, stoßartige Ausatmungen, um das Nervensystem zu beruhigen und einen Zustand der Entspannung herbeizuführen. Sie ist ideal bei Lampenfieber und um das Atemvolumen zu vergrößern (siehe: Longevity).

Die Stoßatmung ist eine beruhigende Atemtechnik, die körperliche Anspannungen löst und den Geist beruhigt. Zwei besondere Effekte sind, dass sie einerseits mental Ängste auflöst und beruhigt, andererseits körperliche Stabilität aus der Körpermitte heraus verleiht und erdet.

Diese Atemtechnik startet mit einer ruhigen Einatmung, gefolgt von einer normalen Ausatmung, die zum Schluss durch kleine Atemstöße verstärkt wird. Das Ziel ist, das Atemvolumen zu erhöhen, An- und Verspannungen zu lösen sowie körperliche und mentale Stärke zu gewinnen.

Aus osteopathischer Sicht kann die Stoßatmung dazu beitragen, das Zwerchfell zu mobilisieren und die Durchblutung im Bereich der Atemwege zu verbessern. Dies kann besonders nützlich sein, um Verspannungen im Brustbereich zu lösen und die Atemeffizienz zu steigern. Spezielle Wirkungen sind folgende:

Stoßatmung vergrößert das Atemzugvolumen

Durch die intensiven stoßartigen Ausatmungen wird die Kapazität für den nächsten Einatemzug erhöht, was eine tiefere Nutzung der Lungenkapazität ermöglicht.

Mobilisation und Entspannung des Zentralgeflechts

Durch verstärkte Ein- und Ausatmung verbessert sich die Bewegungsamplitude des Zwerchfells, was viele positive Effekte bei funktionellen Erkrankungen, Verspannungen und Blockaden hat. Diese Übung kann besonders dabei helfen, die sog. reaktive Eigensabotage (RES) aufzulösen, indem sie die Atmung normalisiert.

Stimulation des Vagus-Nervs

Die tiefe Zwerchfellatmung, angeregt durch die Stoßatmung, stimuliert den Vagus-Nerv, der beruhigend auf den Körper wirkt. Vor wichtigen Ereignissen kann dies die Selbstsicherheit durch innere Ruhe und Besonnenheit steigern und zur Erdung beitragen.

Verbesserung der Stimmkraft

Die tiefe Atmung unterstützt eine kraftvolle und durchsetzungsfähige Stimme, ideal vor Gesprächen oder Auftritten.

Erhöhte innere Stabilität und mentale Stärke

Die vollständige Beweglichkeit des Zwerchfells fördert nicht nur die Mobilität, sondern auch die mentale Kraft. Die Übung kann daher als Mittel gegen Lampenfieber und zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit dienen.

Setze dich aufrecht mit dem Po an der Stuhlkante und halte deinen Rücken gerade. Noch besser ist es, zu stehen, da so das Zwerchfell optimal arbeiten kann. Atme durch die Nase ruhig ein und dann hörbar auf „ffffff“ durch den Mund aus.

Wenn du spürst, dass kaum noch Luft in dir ist, stoße in 4-5 kurzen Impulsen das letzte bisschen Luft aus der Bauchregion aus, ohne zwischendurch einzuatmen. Wenn du völlig „luftleer“ bist – wobei ein Restvolumen immer bleibt –, atme tief und ruhig durch die Nase ein.

Wir empfehlen 3-8 Wiederholungen. Bei leichtem Stress reichen 3 Durchgänge, bei starkem Stress oder Lampenfieber mache 6-8 Durchgänge, bis du dich körperlich und mental geerdet fühlst.

Führe die Stoßatmung nicht übereilt oder zu intensiv durch, um Überanstrengung zu vermeiden. Achte auf eine besonnene Ausführung. Wenn du Atemwegserkrankungen oder andere gesundheitliche Einschränkungen hast, sprich vor der Ausführung dieser Übung mit einem Arzt oder Therapeuten.


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